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| Von den Folgen der verfehlten Politik können wir täglich in der Zeitung lesen. |
Die Spielsucht ruiniert immer mehr steirische Familien.
Die Spielsucht wird zu einem immer größeren Problem und ist die am schnellsten wachsende Suchtform in Österreich. In der Steiermark ist die Situation am schlimmsten. Kein Wunder, besteht in unserem Bundesland doch die höchste Dichte an Spielautomaten in ganz Mitteleuropa. Das liegt an den günstigen Abgaben für Automatenbetreiber und an den gigantischen Gewinnen, die diese abwerfen.
Die Kehrseite der Medaille: Viele Existenzen wurden bereits ruiniert, nicht selten führt die Sucht auch in die Beschaffungskriminalität. Die Betreiber der „Minicasinos“ sprechen mit ihrer Werbung gezielt Jugendliche und Menschen in Notlagen an, die in der Hoffnung auf das große Geld ihr letztes Hemd verspielen.
Der 2008 veröffentlichte Suchtbericht des Landes Steiermark spricht eine deutliche Sprache: Zwischen 60.000 und 80.000 Menschen sind direkt oder indirekt von den Folgen der Spielsucht betroffen. Aus diesem Grund hat die KPÖ Steiermark eine Initiative gegen die Geschäftemacherei mit der Spielsucht ins Leben gerufen. Über 11.000 Steirerinnen und Steirer haben unterschreiben.
Obwohl SPÖ und auch Teile der ÖVP bekundet haben, das Anliegen ernst zu nehmen, machen sie nun einen Rückzieher. Sie haben es, so KPÖ-Klubobmann Ernest Kaltenegger, immer wieder verstanden, durch Ausreden aller Art konkrete Ergebnisse zu verhindern. So wurden von der KPÖ ein Verbot des Geldscheineinzuges bei Spielautomaten, eine Standortabgabe auf Wettcafés sowie die Festlegung einer Mindestdauer pro Spiel vorgeschlagen. Damit hätte verhindert werden können, dass innerhalb einer Minute mehr als 100 Euro verspielt werden können, wie es derzeit der Fall ist.
Als Ausrede dient ein Gesetzenentwurf, der die Kompetenz für das "Kleine Glücksspiel" auf den Bund überträgt. Dieser ist aber noch nicht beschlossen, außerdem gilt eine Übergangsfrist von fünf Jahren. Kein Grund also, um in der Steiermark untätig zu bleiben.




